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Kunst mit Stacheldraht, Streckmetall und Lochbetonplatten bis 31. August

Lesezeit: 3 Minuten

Mit der Ausstellungseröffnung „Vom Todesstreifen zum Lebensband – Spurensuche für eine Zukunft“ konnte die Point Alpha Stiftung nach langem Warten wieder eine öffentliche Präsenzveranstaltung durchführen. In Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Thüringen stellt der Künstler Benno Dalhoff im Rahmen der Vernissage politisch-gesellschaftliche engagierte Werke vom Stacheldrahtzaun und den Lochplatten des Kolonnenweges dem Publikum vor. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. August im Sonderausstellungsraum im Haus auf der Grenze zu sehen.

Diese Kunst-Installation im Haus auf der Grenze wirft die Stacheln des Grenzdrahtes auf die umliegenden Flächen.

Diese Kunst-Installation im Haus auf der Grenze wirft die Stacheln des Grenzdrahtes auf die umliegenden Flächen.

Wie passen Todesstreifen, Kunst und Natur zusammen? An der ehemaligen innerdeutschen Grenze sind die Schnittmengen zahlreicher, als man zunächst annehmen mag. In seiner Ausstellung nähert sich der international renommierte Künstler Dalhoff diesem Komplex an. Er präsentiert Werke, die einerseits die Erinnerung an begangenes Unrecht thematisieren, andererseits auch aktuelle Missstände im Umgang mit Natur anprangern und darüber hinaus Perspektiven für die Zukunft aufzeigen.
Dies erläuterte Dalhoff anschaulich in seinem Vortrag während der Ausstellungseröffnung. Den Gästen eröffnete er so einen neuen und zugleich anderen Blick auf den ehemaligen Todesstreifen und auf das Grüne Band. Mit seinem künstlerischen Ansatz möchte er den Betrachter befähigen, die Energie der Natur zu begreifen, die nicht im Widerspruch zur Grenze stehe, sondern ihr historisches Erbe geradezu hervorhebe.

„Für mich ist vor allem die unendliche Vielfalt an künstlerischen Möglichkeiten, welche das Grüne Band im Umfeld der Gedenkstätte Point Alpha bietet, faszinierend. Die Kombination von Natur, Erinnerungskultur und Kunst ist einmalig und unglaublich motivierend und inspirierend“, erklärt der engagierte Naturschützer, Biologe, Ökologe und Buchautor seine zahlreichen Arbeitsbesuche auf dem Rasdorfer Hummelsberg und am Haus auf der Grenze. Die außergewöhnliche Atmosphäre des unvergleichlichen Zeitzeugnisses Point Alpha und das Grüne Band mit seinen Naturschätzen haben Dalhoff animiert, sich künstlerisch mit der Vergangenheit und Gegenwart gesamtdeutscher Geschichte auseinanderzusetzen.

Vom Schrecken der Vergangenheit hin zur Hoffnung für die Zukunft, vom Todesstreifen zur Lebenslinie: Der pensionierte Lehrer, der in Soest lebt, verwandelt in seinen Objekten die Unmenschlichkeit und das Schreckliche in etwas Schönes, etwas Ästhetisches. Es sind Assemblagen, Prägedrucke, Zeichnungen und Bilder, vor allem aber Frottagen, deren Wirkung die Betrachter in ihren Bann ziehen. So sind außergewöhnliche Arbeiten von den Lochplatten des Kolonnenweges bei Point Alpha, vom Stacheldrahtzaun oder den Streckmetallmatten entstanden. Die Frottage-Technik dient weniger der originalgetreuen Reproduktion eines Vorbildes. Sie ist vielmehr selbst künstlerisches Stilmittel zur Integration vorgefundener Strukturen und Oberflächen in ein Kunstwerk, das dann beispielsweise mit Farben, Stoffen, Gips, Fasern, Karton oder Papier vollendet wird. Die Vorlagen, wie der Grenzzaun, die eigentlich für Gewalt, Unterdrückung, Leid und Schmerz stehen, verwandeln sich im Lauf des künstlerischen Prozesses wie eine Raupe zum Schmetterling. So entstehen ästhetische Gebilde, viele von einer faszinierenden Schönheit, mit einem politisch-ethischen Anspruch.

Der Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Thüringen, Denis Peisker.

Der Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Thüringen, Denis Peisker.

Der Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Thüringen, Denis Peisker, unterstrich in seiner Ansprach im Haus auf der Grenze den Wert einer künstlerisch-historischen Auseinandersetzung inklusive der Einbindung einer schützenwerten Landschaft. Er freue sich über die gemeinsame Kooperation und könne sich weitere gemeinsame Projekte mit Point Alpha zur Grenze und zum Grünen Band gut vorstellen. Die Stiftung Naturschutz feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum.  Aus einer reinen Förderstiftung mit ehrenamtlichem Personal hat sich eine Stiftung entwickelt, die neben der Förderung auch in den Bereichen Flächenmanagement, Umweltbildung und der Projektentwicklung tätig ist. 28 Mitarbeiter arbeiten derzeit daran, den Naturschutz in Thüringen voran zu bringen.

Zu Beginn begrüßte der Wissenschaftliche Leiter Dr. Roman Smolorz die Gäste. Er bedankte sich bei der Stiftung Naturschutz Thüringen für die hervorragende Kooperation und zeigte sich begeistert von den Artefakten des Künstlers.

Dr. Roman Smolorz, Wissenschaftlicher Leiter der Point Alpha Stiftung.

Dr. Roman Smolorz, Wissenschaftlicher Leiter der Point Alpha Stiftung.

Hinweis: Die Gedenkstätte Point Alpha ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und kann ohne Vorlage eines Corona-Tests oder Impfzertifikates besucht werden. In den Innenräumen der Ausstellungen besteht eine Maskenpflicht, in den Außenanlagen können sich die Besucher ohne Mund-Nasenschutz aufhalten.

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