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Reise mit Sabine Frank durch die unendlichen Weiten der Galaxis

By 24 August 2026No Comments
Lesezeit: 3 Minuten

„Was finden Sie heraus, wenn Sie ihre flache Hand in den Nachthimmel halten?“ Die Sterne faszinieren die Menschheit schon immer. Erkenntnisse aus der Weltraumforschung verblüffen bis heute, zugleich gilt die Astronomie als eines der komplexesten Forschungsfelder überhaupt. Dass sich ihre Dimensionen trotzdem anschaulich vermitteln lassen, bewies Sabine Frank bei ihrem Vortrag im Haus auf der Grenze. Im Rahmen der Sternenparkwochen Rhön begeisterte die Koordinatorin des Sternenparks Rhön rund 100 Besucher im Haus auf der Grenze mit einfachen Fragen, eindrucksvollen Bildern und ihrer Leidenschaft für den Nachthimmel.  Und was hat es nun mit der flachen Hand auf sich? Die Auflösung folgt am Ende.

Das Weltall faszinierte schon unsere Vorfahren und beeinflusste ihre Bauten, von den Pyramiden bis zu Stonehenge, erzählte die Referentin Sabine Frank. Fotos: Tim Keller

Das Weltall faszinierte schon unsere Vorfahren und beeinflusste ihre Bauten, von den Pyramiden bis zu Stonehenge, erzählte die Referentin Sabine Frank. Fotos: Tim Keller

Der unendliche Nachthimmel ist für Sabine Frank schon seit ihrer Kindheit etwas ganz Besonderes. Als Kind ging sie nachts durch den Garten und war begeistert von den vielen Glühwürmchen und den Sternen am Himmel. In der Gedenkstätte Point Alpha brachte die „Sternenfee“ den Besuchern die Geschichte der Wahrnehmung und Erforschung der Milchstraße – auch Galaxis genannt – näher.  „Unser Sonnensystem mit der Erde ist Teil der Milchstraße. Sie besteht aus etwa 300 Milliarden Sternen und hat einen Durchmesser von etwa 150.000 bis 200.000 Lichtjahren. Schon immer orientierten sich die Menschen an den Sternen und nutzen sie für Rituale. Sie verbanden die Sterne zu Sternbildern und entwickelten Kalender“, erzählte Frank.

Tausende Jahre konnten die Menschen den Sternenhimmel nur mit bloßem Auge beobachten. Vor über 400 Jahren begann Galileo Galilei als erster Wissenschaftler das Weltall mit einem Teleskop zu beobachten und zu dokumentieren. Damit konnte er die These von Nikolaus Kopernikus beweisen. Sie fanden heraus, dass sich die Sonne nicht um die Erde dreht, sondern umgekehrt. Und auch unser Sonnensystem bewegt sich in der Milchstraße, denn sie kreist um das massereiche Schwarze Loch im Zentrum der Galaxis. Dafür braucht sie ein kosmisches Jahr, was 230 Millionen Jahre dauert.

Weltraumteleskope sind ein Augenöffner und bescheren der Welt spektakuläre Aufnahmen, wie von den „Säulen der Schöpfung“, einer riesigen Gaswolke und Brutstätte für neue Sterne.

Weltraumteleskope sind ein Augenöffner und bescheren der Welt spektakuläre Aufnahmen, wie von den „Säulen der Schöpfung“, einer riesigen Gaswolke und Brutstätte für neue Sterne.

Mit anschaulichen Bildern und verständlichen Erklärungen vermittelte Sabine Frank in der Gedenkstätte Point Alpha komplexe physikalische Sachverhalte. Im 20. Jahrhundert machte die Weltraumforschung mit Einsteins Relativitätstheorie und den Entdeckungen weiterer Galaxien große Fortschritte. Den Höhepunkt bildete dabei 1990 der Start des Hubble-Weltraumteleskops. Sie berichtete auch von Erfolgen aus den vergangenen Jahren, wie dem Start des James-Webb-Weltraumteleskops, das in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung durch das Weltall fliegt. Durch Aufnahmen von Infrarotwellen bringt es neue Perspektiven auf unser Universum und entdeckt neue Galaxien.

Mit Unterstützung des Point-Alpha-Historikers Tim Keller (li.) beantwortete Sabine Frank am Ende der Vortrags-Veranstaltung die Fragen der Besucher.

Mit Unterstützung des Point-Alpha-Historikers Tim Keller (li.) beantwortete Sabine Frank am Ende der Vortrags-Veranstaltung die Fragen der Besucher.

Doch Sabine Frank richtet den Blick nicht nur in die Ferne. Heute sind Glühwürmchen vielerorts selten geworden. Deswegen plädierte die Sternenpark-Koordinatorin für den Schutz der Nacht, denn Kunstlicht und die Aufhellung des Nachthimmels stören die Tierwelt. Weniger und gezielter eingesetztes Licht helfe nachtaktiven Insekten und anderen Tieren, ihre Lebensräume zurückzugewinnen.  Von weniger Helligkeit profitiere auch der Mensch, denn dunklere Nächte sorgten für einen erholsameren Schlaf. Beim Blick in den Nachthimmel werden die Sterne wieder sichtbar und vielleicht kehren so auch die Glühwürmchen zurück. Auch die Gedenkstätte Point Alpha setzt sich für dunklere Nächte ein und ist Teil des Sternenparks Rhön. So betonte Point-Alpha-Vorstand Benedikt Stock, dass die Gedenkstätte für den bewussten Einsatz der Außenbeleuchtung das Prädikat „#lichtbewusstsein“ erhalten habe.

Und was verbirgt sich nun hinter der Anfangsfrage? Frank gab den Besuchern den Hinweis: „Wenn Sie ihre flache Hand in den Nachthimmel halten, denken Sie daran: Hinter jeder Handfläche befinden sich eine halbe Million Galaxien.“              Anna-Lisa Schmied