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Ministerpräsident a.D. Dieter Althaus begegnet im US Camp der eigenen Geschichte

By 22 January 2026No Comments
Lesezeit: 2 Minuten

Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Point-Alpha-Stadt Geisa besuchte ein langjähriger Freund und Förderer der Bildungsarbeit Point Alpha: Dieter Althaus, ehemaliger Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, kam mit seiner Gattin Katharina für einen nachmittäglichen Rundgang in die Gedenkstätte. Vorstand Philipp Metzler und Johannes Schneider, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung, sowie der Initiator der Gedenkstätte, Berthold Dücker, nahmen den gern gesehenen Gast in Empfang.

An der äußersten Spitze des Thüringer Balkons standen sich Ost und West jahrzehntelang hochgerüstet gegenüber. Fotos: Johannes Schneider

An der äußersten Spitze des Thüringer Balkons standen sich Ost und West jahrzehntelang hochgerüstet gegenüber. Fotos: Johannes Schneider

Althaus, der sich als aktiver Politiker immer wieder für den Ort eingesetzt hatte und als Ministerpräsident maßgeblich an der Gründung der Point Alpha Stiftung und Point Alpha Akademie beteiligt war, zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung des Ortes. Im Eichsfeld grenznah aufgewachsen, hatte Althaus die innerdeutsche Grenze und die Grenzanlagen der DDR selbst erlebt. Die Exponate und Schilderungen weckten Erinnerungen an die leidvolle Zeit, die durch die Wiedervereinigung ein glückliches Ende fand.

Nach der Besichtigung der Dauerausstellung im Haus auf der Grenze führte der Weg der Besuchergruppe entlang der einstigen Sperranlagen in den Observation Post Alpha. Über die militärische Lage im Fulda Gap herrschte bei den Menschen in der Region – in Ost wie West – lange Unklarheit. Erst nach Wende und Wiedervereinigung kam Licht ins Dunkel und die Planungen für den Ernstfall, wie sie jetzt auch in der Baracke A zu sehen sind, einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein.

Es war nicht der erste Besuch in der Dauerausstellung im Haus auf der Grenze, dennoch entdeckten die Gäste auch diesmal wieder Neues.

Es war nicht der erste Besuch in der Dauerausstellung im Haus auf der Grenze, dennoch entdeckten die Gäste auch diesmal wieder Neues.

Der Rundgang endete schließlich bei Kaffee und Kuchen im Blackhorse Inn. Die Besuchergruppe diskutierte dabei nicht nur das eben Gesehene, sondern nahm die Geschichte auch als Bezugspunkt für die Betrachtung der gegenwärtigen Weltlage. Einstige Gewissheiten scheinen heute mehr denn je in Frage zu stehen. Eine Entwicklung, wie sie sich der ehemalige Ministerpräsident nicht hätte vorstellen können. Umso wichtiger sei es deshalb, den historischen Ort zu bewahren und ihn weiterzuentwickeln.

Bereits 1998 forderte Althaus als Thüringer Kultusminister, die Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte in den Schulunterricht sowie Bildungsprojekte einzubeziehen. In seiner Funktion als Ministerpräsident des Freistaates hielt er unter anderem 2003 die Festansprache bei der Eröffnung des „Hauses auf der Grenze“ und sprach auch bei der Verleihung des ersten Point-Alpha-Preises an die Staatsmänner Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und George Bush. Dieter Althaus war von 2003 bis 2009 Ministerpräsident des Freistaat Thüringen.