Was geht uns die Geschichte der deutschen Teilung als Jugendliche noch an? Spielt es für uns heute eine Rolle, auf der einen oder der anderen Seite der ehemaligen Grenze aufzuwachsen? Und welche Rolle spielte es für das Leben junger Leute vor 1989? Schüler des Dr.-Sulzberger-Gymnasiums Bad Salzungen und der Richard-Müller-Schule Fulda (RiMS) sind diesen Fragen im dreitägigen Schülerprojekt „Aufwachsen in der DDR und der Bundesrepublik“ der Point Alpha Stiftung nachgegangen.

Auch ein Gespräch mit Zeitzeugen gehörte zum Programm des Projektes.
Auch wenn die Sommerhitze eine echte Herausforderung war, meisterten alle Jugendlichen das vielfältige Programm mit Bravour. Ein wesentlicher Bestandteil der Projekttage auf Point Alpha war das gegenseitige Kennenlernen. Die 20 Schüler aus Fulda und Bad Salzungen kamen schnell miteinander ins Gespräch. Dabei stellten sie fest: Neben einigen Unterschieden – wie etwa bei der Einschätzung beruflicher Chancen oder verschiedener Traditionen – überwiegen im Aufwachsen die Gemeinsamkeiten. Dass die deutsche Teilung hingegen einen erheblichen Einfluss auf die Jugendlichen in der DDR und der Bundesrepublik hatte, erlebte die Gruppe im weiteren Verlauf des Projekts.
Der Besuch der Gedenkstätte verdeutlichte, wie stark die innerdeutsche Grenze die Menschen in ihrem Alltag einschränkte und wie unterschiedlich sich das Leben im Sperrgebiet im Vergleich zur Bundesrepublik entwickelte. Auch das Gefühl der ständigen Bedrohung im Kalten Krieg ließ sich in den Ausstellungen des historischen US Camps nachvollziehen. Im Anschluss vermittelten Daniela Theurer und Aline Gros den Jugendlichen zentrale Fakten über das Aufwachsen sowie den Schulalltag in der DDR und der Bundesrepublik.
Ein Highlight war das Pen-and-Paper-Rollenspiel „Allersleben“, das Justus Müller von der Evangelischen Akademie Thüringen leitete. Die Schüler schlüpften in die Rollen verschiedener Charaktere und Cliquen an einem fiktiven Ort in der DDR. Innerhalb des Spiels erfuhren sie hautnah, welche Herausforderungen der sozialistische Schulalltag bereithielt und welche Konsequenzen das eigene Handeln in einer Diktatur haben konnte. Diese Erfahrungen wurden im darauffolgenden Zeitzeugengespräch vertieft, in dem Zeitzeugen aus Ost und West über ihre realen Erlebnisse in den beiden Systemen berichteten. Das Gespräch wurde von Ronja Neitzel und Nils Umlauf moderiert, die den Zeitzeugen Fragen stellten, welche die Schulklassen vorab gemeinsam erarbeitet hatten.
Der letzte Tag war den Eindrücken der Schüler gewidmet: In digitalen Plakaten und einem Podcast verarbeiteten sie das gewonnene Wissen und die Erfahrungen der vorangegangenen Tage. Die Ergebnisse sind nicht nur sehr informativ, sondern auch eine echte Bereicherung für die Point Alpha Stiftung und werden künftig fest in deren Bildungsarbeit einfließen.
Die Schülerprojekttage wurden gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.




