Deutscher Text
Unmittelbar vor dem heutigen Betonturm (damaligen Holzturm) des OP Alpha ereignete sich am Heiligabend 1975 ein tragischer Vorfall. Zwei junge Männer versuchten in den Morgenstunden über den Streckmetallzaun von der DDR in die Bundesrepublik zu flüchten. Dabei lösten sie eine am Zaun befestigte Splittermine (SM 70) aus. Einer der beiden Männer wurde getroffen, lag regungslos und stark blutend am Boden und wurde von den Grenztruppen der DDR abtransportiert. Der andere konnte zunächst die Flucht ergreifen. Das beobachteten auch die amerikanischen Soldaten vom Turm aus. Sie durften aber nicht eingreifen und helfen, denn das hätte eine schwere Provokation mit unabsehbaren Folgen bedeutet.
Der BGS meldete am 12.1.1976, dass der Verletzte, ein 18jähriger Mann, verstorben war. Gerüchte entstanden, dass der Flüchtling zuvor beide Beine verloren habe und die Flüchtenden Vater und Sohn gewesen seien. Die Junge Union Gemeindeverband Rasdorf legte nach dem Vorfall Kränze gegenüber dem Unglücksort nieder und errichtete ein Birkenkreuz zum Andenken. In den nächsten Jahren wurden in wechselnden Abständen zum Gedenken dieses Opfers und aller Opfer der Grenze am Birkenkreuz Kränze niedergelegt. Erst einige Jahre nach der Wiedervereinigung wurde die wahre Geschichte zu Tage gefördert und das durch den Flüchtigen selbst. In einem Zeitungsartikel las er seine eigene Geschichte. Daraufhin meldete er sich in der Gemeinde Rasdorf und berichtete, dass er überlebt habe und sein Freund damals ebenfalls gefasst wurde.

