Engagement mit Geschichte verbinden – aus diesem Anlass besuchte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, im Zuge ihrer Sommerreise die Gedenkstätte Point Alpha. Gemeinsam mit jungen Ehrenamtlichen der Caritas und den Gründerinnen der neuen Hochschulgruppe „youngcaritas“ an der Hochschule Fulda erkundete sie den „Weg der Hoffnung“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie den Wiesenfelder Turm.

Am Weg der Hoffnung (von links): die Referentin Dr. Paulina Hauser, Prof. Irina Kohler, Eva Maria Welskop-Deffaa und Benedikt Stock.
Beim ersten Kennenlernen im Schatten des Hauses auf der Grenze dankte Welskop-Deffaa den jungen Frauen für ihr Engagement im Rahmen der Kampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Geschäftsführenden Vorstand der Point Alpha Stiftung, Benedikt Stock, und der Vorstellung der Gedenkstätte durch den wissenschaftlichen Mitarbeiter Tim Keller, machte sich die Gruppe auf zum „Weg der Hoffnung“.
Entlang des Weges legten die Teilnehmerinnen immer wieder Zwischenstopps ein und lauschten den Erläuterungen Tim Kellers zu den einzelnen Skulpturen des Künstlers Dr. Ulrich Barnickel. Die Arbeiten aus Metall greifen thematisch die politische Verfolgung und Unterdrückung in der SED-Diktatur auf und regen dazu an, sowohl die Vergangenheit als auch eigene Erfahrungen mit Ungerechtigkeit zu reflektieren.
Kristina Trupp vom Caritasverband des Bistums Fulda gab der Gruppe dazu Fragen mit auf den Weg, die von den Teilnehmerinnen zu zweit diskutiert wurden und unmittelbar Bezug auf die Kunstwerke nahmen: „Wo erlebe ich ungerechte Behandlung?“ oder „Was ist Solidarität?“ Im Verlauf entstanden daraus intensive Gespräche über persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Verantwortung.
Trupp ist Referentin für Engagement-Förderung und Kommunikation und hatte das vielfältige Zusammentreffen organisiert. Zudem unterstützt sie drei Teilnehmerinnen der Wanderung, die in der Jugendeinrichtung der Caritas in Maberzell eine internationale Kochgruppe organisieren. Gemeinsam mit Kindern zwischen acht und zwölf Jahren kochen sie dort internationale Gerichte und schaffen so Begegnungen über kulturelle Grenzen hinweg. Auch Irina Kohler, Professorin für Betriebswirtschaft an der Hochschule Fulda, war Teil der Gruppe.

Foto: Anna-Lisa Schmied
Die Studentin Hannah San, die von den Philippinen stammt, gründete im Rahmen der Plattform „youngcaritas“ eine eigene Gruppe an der Hochschule Fulda. Den Anstoß dazu gab eine Lehrveranstaltung über soziales Engagement. Dabei wurde ihr bewusst, dass an der Hochschule Fulda durchaus der Wille zum sozialen Engagement existiert, es aber an Angeboten zur ehrenamtlichen Teilhabe mangelt. Youngcaritas ist hierfür eine geeignete Plattform, da es das erklärte Ziel der Initiative ist, jungen Menschen bis 27 Jahren einen einfacheren Zugang zu sozialem und ehrenamtlichem Engagement zu ermöglichen. Und Hannah San lag mit ihrer Einschätzung offenbar richtig: Bereits am ersten Treffen nahmen 30 Studierende teil, darunter mehrheitlich internationale Studierende. Auch die ersten Aktionen fanden großen Zuspruch. So organisierte die Gruppe bereits eine Kleidertauschparty und einen Campus-Clean-up.
Zum Abschluss besuchten die Teilnehmerinnen den Wiesenfelder Turm, eine ehemalige Führungsstelle der DDR-Grenztruppen, und konnten am historischen Ort den Aufbau der innerdeutschen Grenze und das Grenzregime der DDR nachvollziehen. Nach den intensiven Gesprächen am „Weg der Hoffnung“ und den dort vermittelten Geschichten von Flucht, Vertreibung, politischer Verfolgung und Unterdrückung in der SED-Diktatur hinterließ der authentische Grenzort einen besonderen Eindruck. Anna-Lisa Schmied




