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Sonderausstellung: „Die Partei hat immer recht”. Die SED im Alltag der DDR

Ein Klick auf YouTube genügt, und der Arbeitersänger Ernst Busch schmettert los: „Die Partei, die Partei, die hat immer recht.“ Heute klingt der Text wie eine Satire. Unter dem Titel „‚Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“ präsentiert die Point Alpha Stiftung ab Dienstag, den 31. März im Haus auf der Grenze eine neue Sonderausstellung zum Thema. Anlass ist die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) vor 80 Jahren im April 1946.
Texte und Bilder dokumentieren wie tief die SED in das Leben der Menschen eingriff. Die Schau verdeutlicht, dass die DDR-Staatspartei weit mehr war als eine politische Organisation: Sie bestimmte Politik, Wirtschaft und Justiz ebenso wie den privaten Alltag. Im Mittelpunkt stehen die Mechanismen ihrer Herrschaft – ideologische Schulung, Kontrolle, Repression und das ständige Einfordern von Loyalität. Auf 20 Tafeln macht der Autor und Historiker Dr. Stefan Wolle in der Gedenkstätte Point Alpha sichtbar, wie die Partei ihr Machtmonopol mit Hilfe von Polizei, Justiz und Staatssicherheit absicherte und zugleich ein System sozialer Abhängigkeiten und Gewöhnung schuf. Zugleich thematisiert sie die Widersprüche des Lebens in der Diktatur zwischen Überzeugung und Anpassung, Idealismus und Opportunismus.
Übrigens, das 1949 von Louis Fürnberg verfasste „Lied der Partei“ war ab 1950 die offizielle Hymne der SED. Wer also „die Partei“ sagte, meinte nicht irgendeine Partei – selbst in der DDR gab es mehrere –, sondern die SED. Der Text des Liedes wurde mehrfach angepasst, doch die zentrale Botschaft blieb: Die Partei irrt nie, selbst dann nicht, wenn sie das Gegenteil von dem verkündete,
was sie zuvor jahrelang gesagt hatte. Dieses totalitäre Wahrheitsmonopol war der Kern der kommunistischen Ideologie. Auch wenn der pathetische Ton des Liedes seit den 1970er Jahren zunehmend aus der Zeit fiel und es seltener zu hören war, blieb „Die Partei hat immer recht“ als geflügeltes Wort präsent – nicht zuletzt, weil es sich hervorragend für Hohn und Spott eignete.
Kuratiert wird die Schau von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Sonderausstellung läuft bis zum 10. Juli und kann täglich zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden.

