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US-Generalkonsul Scharpf: “Ich fühle eine starke Verbindung zu Point Alpha”

By 16. décembre 2021No Comments
Lesezeit: 4 Minuten

Im Rahmen seines Besuches beantwortete Norman Thatcher Scharpf geduldig auch die Fragen der Point Alpha Stiftung.  Im Gespräch erzählte der neue Generalkonsul ebenso Persönliches, wie zum Beispiel über seine deutschen Wurzel, nahm Stellung zur Bedeutung der Gedenkstätte Point Alpha, beschrieb sein Aufgaben im Frankfurter Gerneralkonsulat und äußerte sich zur aktuellen Lage der transatlantischen Beziehungen.

Frage: Ein halbes Jahr sind Sie nun in Frankfurt. Wie fällt eine erste Bilanz aus, fühlen Sie und Ihre Familie sich wohl? Ihre Vorfahren stammen zum Teil aus Hessen und Baden-Württemberg. Sie haben also deutsche Wurzeln?

Das Denkmal im US Camp erinnert an die Verdienste der Amerikaner für Freiheit und Frieden an der Innerdeutschen Grenze.

Das Denkmal im US Camp erinnert an die Verdienste der Amerikaner für Freiheit und Frieden an der Innerdeutschen Grenze.

 

Generalkonsul Scharpf: In unseren ersten Monaten in Frankfurt waren wir viel beschäftigt, aber es ist sehr spannend und die herzliche Aufnahme, die wir erfahren durften, hat es sehr einfach für uns gemacht. Ich wollte schon immer in Deutschland arbeiten und freue mich besonders über die Gelegenheit, mit meiner Frau Donna und meinem Sohn Harry hier zu sein. Frankfurt und die umliegenden Regionen haben so viel zu bieten – von Museen und Theatern bis hin zu Weinregionen und historischen Stätten –, dass wir uns sehr glücklich schätzen, hier zu sein. Ich habe im November meine deutschen Wurzeln in Baden-Württemberg, in Baltmannsweiler und Esslingen, zurückverfolgen können, wo mein Ururgroßvater väterlicherseits geboren wurde. Kürzlich habe ich Flieden besucht – nicht weit von hier, wo meine Ururgroßeltern mütterlicherseits geboren und aufgewachsen sind, bevor sie in die Vereinigten Staaten auswanderten. Ich war in der St. Goar-Kirche, in der beide getauft wurden. Durch die Erkundung der Vergangenheit meiner Vorfahren fühle ich mich tief mit dem Konsulatsbezirk (der Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst) verbunden, und freue mich sehr darauf, mehr von dieser vielfältigen und faszinierenden Region zu entdecken.

Passiert man die rote Sperrlinie, die mitten im US Camp verläuft, so ist man an jenem Punkt angekommen, der den kriegsauslösenden Fall markiert: Bis hierhin durften die US-Panzer fahren, alles andere wäre möglicherweise von der Gegenseite als Grenzprovokation aufgefasst worden.

Passiert man die rote Sperrlinie, die mitten im US Camp verläuft, so ist man an jenem Punkt angekommen, der den kriegsauslösenden Fall markiert: Bis hierhin durften die US-Panzer fahren, alles andere wäre möglicherweise von der Gegenseite als Grenzprovokation aufgefasst worden.

 

Frage: Am ehemaligen Observation Post Alpha haben US-Soldaten zuverlässig ihren Dienst für die Freiheit an der Grenze der Unfreiheit geleistet. Welche Rolle schreiben Sie dem authentischen Geschichtsort heute zu? Welche Botschaft sollte von hier ausgehen?

Generalkonsul Scharpf:  Point Alpha ist eine von vielen besonderen historischen Stätten, die die deutsch-amerikanische Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Als ehemaliger Offizier der US-Marine und als Nachkomme deutscher Einwanderer fühle ich eine starke Verbindung. Ich halte es für wichtig, die vielen Männer und Frauen zu ehren, die uns unser starkes gemeinsames Fundament aus Demokratie, Freiheit und gemeinsamen Werten gegeben haben. Wir werden jeden Tag daran erinnert, dass Demokratie kein Zufall ist, sondern unsere ständige Wachsamkeit erfordert.  Wir müssen die Demokratie immer verteidigen, für sie kämpfen, wenn es nötig ist, sie erneuern und versuchen, sie zu stärken. Deshalb sind Ihre Arbeit mit der jüngeren Generation und Ihre Schulprogramme so wichtig, denn sie schaffen Verbindungen zu den Führungskräften von morgen, die diese Botschaft an die kommenden Generationen weitergeben.

Ich weiß, dass frühere Generalkonsuln und leitende Mitarbeiter der US-Generalkonsulate in Frankfurt und Leipzig regelmäßig an den Veranstaltungen zum Gedenken an die letzte Grenzpatrouille in Point Alpha teilgenommen haben – ich freue mich darauf, diese Tradition auch in Zukunft zu unterstützen, und hoffe, dass die Veranstaltungen im Jahr 2022 wieder persönlich stattfinden können.

Frage: Das US-Generalkonsulat in Frankfurt ist mit rund 1000 Mitarbeitern das größte in Europa. Wie würden Sie Ihre Aufgaben kurz beschreiben?

Generalkonsul Scharpf: Als Konsulat fördern wir die deutsch-amerikanischen Beziehungen in vielerlei Hinsicht: Wir bieten konsularische Dienstleistungen für Deutsche, die die Vereinigten Staaten besuchen oder einwandern wollen, und bieten amerikanischen Staatsbürgern, die in Deutschland leben, besondere Hilfen, Passdienste und andere Ressourcen an. Unser U.S. Commercial Service erleichtert Geschäftsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland.  Wir unterhalten sehr enge und produktive Beziehungen zu den Regierungen von Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, um an Themen von gemeinsamem Interesse zu arbeiten. Durch Programme und Veranstaltungen kommen wir mit dem regionalen Publikum ins Gespräch, um unsere breite und tiefe bilaterale Partnerschaft zu stärken. Es ist für mich sehr bereichernd, mit jungen Menschen zusammenzukommen und mehr über ihre Ansichten und Meinungen zu allen wichtigen Themen zu erfahren – von der Bekämpfung der COVID-Pandemie über die Eindämmung des Klimawandels bis hin zu den Möglichkeiten des Austauschs mit den USA.

Frage: Nach einer schwierigen Phase gibt es in der Beziehung zu Deutschland und den transatlantischen Partnern sicherlich viel zu tun? Wo setzen Sie an? Welche Prioritäte

Ein möglicher 3. Weltkrieg im Fulda Gap wurde sogar zum Thema eines gleichnamigen Strategiespiels für Kinder.

Ein möglicher 3. Weltkrieg im Fulda Gap wurde sogar zum Thema eines gleichnamigen Strategiespiels für Kinder.

n haben Sie?

Generalkonsul Scharpf:  Deutschland und die USA sind seit 75 Jahren äußerst enge Verbündete. Die USA und Deutschland unterhalten enge Beziehungen und ein Bündnis, das auf dem gegenseitigen Engagement für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und Wohlstand beruht. Unsere Verbindungen sind jedoch nicht nur politischer, sondern auch kultureller Natur: Mehr als ein Achtel der Amerikaner (44 Millionen) sind deutscher Herkunft – mich eingeschlossen.

 Wir haben mehrere Prioritäten. Dazu zählen, unsere transatlantische Sicherheitskooperation zu stärken, sicher zu stellen, dass sich unsere internationalen Partner an dieselben Regeln halten, entschieden Extremismus in all seinen Formen entgegen zu treten, fairen und nachhaltigen Handel zu fördern, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels zu unterstützen und unsere Kontakte insbesondere zu jüngeren und vielfältigeren Zielgruppen zu verbessern und zu intensivieren. Das ist eine ehrgeizige Agenda. Aber es ist eine, die unserer langen Geschichte der Freundschaft und der Verteidigung der Freiheit würdig ist.

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