Zum Start seiner Sommertour besuchte Leopold Born, Generalsekretär der CDU Hessen, die Gedenkstätte Point Alpha. Nach der Begrüßung durch Benedikt Stock, Geschäftsführender Vorstand der Point Alpha Stiftung, erfuhr Born „aus erster Hand“ über die Geschichte der deutschen Teilung und des Kalten Kriegs, denn zwei Zeitzeugen begleiteten den Politiker auf dem einstigen Kolonnenweg der Grenztruppen.
Brigitte Heller, ehemalige Schulleiterin in Geismar, berichtete von den Einschränkungen im Sperrgebiet. Die Einreise war über Passierscheine reglementiert, die willkürlich erteilt oder verwehrt wurden. Die vielfältigen Repressalien gegen die Bevölkerung im Sperrgebiet habe jede Form des Zusammenlebens schwieriger gemacht. Heller berichtete, wie Menschen, die der SED kritisch gegenüberstanden oder einfach kein Parteibuch besaßen, oft mit bürokratischen Hürden, Schikanen oder offenen Ablehnungen konfrontiert wurden. Manche Anträge blieben ohne Antwort, andere wurden mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Das betraf nicht nur das private Umfeld, sondern auch den Beruf. Leopold Born zeigte sich von diesen Schilderungen tief beeindruckt, auch als Brigitte Heller beschrieb, welcher enormer Druck auf Nicht-Parteimitglieder durch die SED ausgeübt wurde.
Über die Perspektive jenseits der Sperranlagen gab Stefan Czeloth Auskunft. Als ehemaliger Bundespolizist hatte er die innerdeutsche Grenze im Dienst genau kennengelernt – damals noch als Beamter des Bundesgrenzschutzes. Er berichtete dem beeindruckten Gast von dem schweren Grenzzwischenfall ziemlich genau ein Jahr nach dem Mauerbau in Berlin, als bei Wiesenfeld der Hauptmann Rudi Arnstadt bei einem Schusswechsel ums Leben kam. Czeloth beschrieb, wie solche Ereignisse für BGS-Beamte und die Menschen vor Ort stets eine Ausnahmesituation bedeuteten, weil eine daraus folgende Eskalation immer im Raum des Möglichen war. Für ihn persönlich sei dieser Vorfall ein prägendes Beispiel, wie schnell eine politische Grenze zur tödlichen Konfrontationslinie werden konnte.
n und an der Führungsstelle Wiesenfeld blieb Zeit für weitere Gespräche, die Bildungsarbeit, das Grüne Band und die Gedenkstätte an sich. Benedikt Stock freute sich, dass sich der Landespolitiker die Zeit nahm, um den unvergleichbaren Erinnerungsort persönlich in Augenschein zu nehmen und die Verbindung zum Nationalen Naturmonument Grünes Band nachzuvollziehen. Ein guter Austausch mit den Vertretern aus der Landeshauptstadt Wiesbaden sei Point Alpha wichtig, zumal das Land Hessen die Aktivitäten der Stiftung fortwährend unterstütze. „Die Gedenkstätte macht die Teilung Deutschlands und die Auswirkungen des Ost-West-Konflikts sichtbar und begreifbar. »




