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Ein Papst, der viele Menschen bewegte

By 28 octobre 2025No Comments
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Pfarrer Martin Lerg predigte. Alle Fotos: Stefan Sachs

Pfarrer Martin Lerg predigte. Alle Fotos: Stefan Sachs

Der Förderverein Point Alpha hatte im November 2015 das erste überlebensgroße Denkmal für Papst Johannes Paul II. in Deutschland auf dem Schlossplatz in Geisa eingeweiht. Die Statue schuf seinerzeit der Schlitzer Bildhauer Ulrich Barnickel im Auftrag des Vereins. Alljährlich findet seitdem ein Dankgottesdienst in der Stadtpfarrkirche für den inzwischen heiliggesprochenen Papst statt, um an dessen Verdienste zur Wiedererlangung der Freiheit in der DDR und anderen Ostblock-Ländern zu erinnern. In diesem Jahr fand der Gottesdienst zwei Tage nach dem 22. Oktober, dem Gedenktag Johannes Paul II., statt: Am Freitagabend zelebrierte ihn Geisas Stadtpfarrer Martin Lerg.

Pfarrer Lerg nennt den Papst stets „Johannes Paul den Großen“, weil er in der Zeit seines Pontifikats Großes vollbracht habe. „Er hatte viele Menschen selig und heilig gesprochen. Nun ist er einer von ihnen“, sagte er.  36 Jahre sei es her, dass am 9. November 1989   überraschend die Öffnung der Grenze verkündet wurde – aufgrund einer Kommunikationspanne. Als gläubiger Mensch schließe er aber  nicht aus, „dass einer nachgeholfen hat“.

Johannes Paul II. hatte viele Länder bereist, darunter auch seine Heimat Polen. „Das Bündnis im Osten trug den Namen der Hauptstadt dieses Landes, und wir in Geisa waren die westlichste Stadt des Warschauer Pakts“, so Martin Lerg.  Bei seinen Besuchen in anderen Ländern hatte der Papst eine Geste eingeführt: Er küsste stets den Boden des Landes und begrüßte Vertreter aus Kirche, Gesellschaft und Politik, aber auch ganz viele einfache Menschen, gab ihnen die Hand.

Die Skulptur vor dem Geisaer Schloss.

Die Skulptur vor dem Geisaer Schloss.

„Was hat sein Pontifikat besonders geprägt?“, fragte Martin Lerg.  Für Johannes Paul II. hatten die Person und das Persönliche stets im Mittelpunkt gestanden, was bewirkte, dass er so viele Menschen mitreißen und  auf diese Weise die Welt verändern konnte – nicht durch Programme, nicht durch Ideen, nicht durch Ideologie, sondern eben als Persönlichkeit, der es um die Menschen ging.  Die Botschaft „Fürchte Dich nicht“ sei gerade in unseren Tagen besonders notwendig. Diese Botschaft habe Johannes Paul nicht nur verkündet, sondern auch gelebt und damit viele Menschen mitgerissen.

Nach dem Gottesdienst traf man sich zu einer Statio vor der Papst-Skulptur auf dem Schlossplatz. „Man könnte denken, wenn es Textilien wären, dass der Sturm sie geformt hat“, sagte Pfarrer Lerg. Papst Johannes Paul II. sei nicht unumstritten gewesen, viel Wind habe ihm entgegen geblasen, so sei das auch in dieser Statur zu sehen.   Stefan Sachs