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Vom Kaßberg-Gefängnis nach „Little Berlin“ – ein Erlebnis für die Gästebegleiter

By 7 avril 2026No Comments
Lesezeit: 3 Minuten

Eine Fülle von Eindrücken und Informationen brachten die Gästebegleiter der Point Alpha Stiftung mit zurück von einem interessanten Bildungsausflug nach Chemnitz und Mödlareuth. Der Bus war mit rund 45 Teilnehmern fast bis auf den letzten Platz belegt, als es von

Blick in eine Zelle der Haftanstalt. Fotos: Susanne Bott

Blick in eine Zelle der Haftanstalt. Fotos: Susanne Bott

Geisa aus zum ersten Ziel, dem Kaßberg-Gefängnis in Chemnitz, ging. Wie die Point-Alpha-Gruppe bei einer Führung durch die Ausstellung mit einem Zeitzeugen erfuhr, hat das Gebäude eine lange Geschichte. Bereits 1877 als Königlich-Sächsische Gefangenenanstalt gegründet, diente es dann in der NS-Zeit auch als Haftanstalt für politische Gegner und spielte eine Rolle bei der Judenverfolgung. Für das SED-Regime wurde das Objekt schließlich zum zentralen Dreh- und Angelpunkt des Häftlingsfreikaufs aus der DDR, das mehr als 30.000 Personen durchliefen. Heute erinnert man in dem Gedenk- und Lernort an diesen besonderen Teil der deutsch-deutschen Vergangenheit. Zur Genese des Ortes und zur Entwicklung des Vereins gab es ausführliche Informationen von Volkmar Zschocke und Michaela Bausch, der Gattin des ehemaligen Direktors der Point Alpha Stiftung, Volker Bausch.

Eindrucksvoll: Der versteinerte Wald.

Eindrucksvoll: Der versteinerte Wald.

Nach einer Pause brachte der Bus die Fahrtteilnehmer ins Hotel in Chemnitz. Von dort ging es in den Stadtkern zu einer geführten City-Tour. Europas Kulturhauptstadt 2025 bietet eine Mischung aus industriellem Charme, Jugendstil-Architektur und Moderne. Highlights waren unter anderem das Karl-Marx-Monument („Nischel“), der Rote Turm, das alte und neue Rathaus und der versteinerte Wald im Naturkundemuseum. Der Tag klang gemütlich im Turm-Brauhaus in der Innenstadt aus.

Futuristisch: Die neue Museumshalle in Mödlareuth.

Futuristisch: Die neue Museumshalle in Mödlareuth.

Am nächsten Tag stand ein Besuch des Deutsch-Deutschen Museums Mödlareuth auf dem Programm. Zur Einführung wurde der Film „Alltag an der Grenze“ gezeigt und anschließend wurde die Point-Alpha-Delegation durch das Freigelände geführt. Aus dem einstigen Ort der Trennung und Teilung ist heute mit der Gedenkstätte auch ein repräsentativer Ort für die Überwindung von Grenzen und ein Ort der Begegnung geworden. Die Amerikaner nannten es „Little Berlin“, dieses Dorf am Ende der Welt, das ebenso wie seine große Schwester in der Hauptstadt zum Symbol der deutschen Teilung wurde. In Mödlareuth gab es eine Mauer, aber keinen Checkpoint. Über 37 Jahre lang war ein legaler Grenzübertritt nicht möglich, um von dem einen in den anderen Ortsteil zu gelangen. Hier war Sperrgebiet auf der einen und Besucherandrang auf der anderen Seite. Hier war es verboten, von Ost nach West zu winken oder zu grüßen. Auf insgesamt 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche erwarten den Besucher rund 500 Objekte. Die neue Dauerausstellung umfasst die vier Epochen vom Kriegsende 1945 bis zur Wiedervereinigung 1990.

Mit einer geballten Ladung an neuen Erkenntnissen im Gepäck traten die Gästebegleiter der Point Alpha Stiftung schließlich die Rückreise an. Hervorragend organisiert worden war die Bildungstour von der Gedenkstättenleiterin Birgit Konrad.