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Schüler von „Histotainment“-Formaten begeistert

By 10 décembre 2024No Comments
Lesezeit: 2 Minuten
Intensive Gruppenarbeit im Haus auf der Grenze.

Intensive Gruppenarbeit im Haus auf der Grenze.

Der Geschichtskurs 12 des Staatliches Thüringisches Rhön-Gymnasium Kaltensundheim sowie Schüler der E-Phase der Werratalschule Heringen waren eingeladen, im zweitägigen Schülerprojekttag „Histotainment“ der Point Alpha Stiftung ihre Perspektiven auf die Zukunft der Vermittlung historischer Bildung zu teilen. Die Leitfrage des von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekttages lautete: Können digitale Formate die Begegnung mit Zeitzeugen, die Analyse von Quellen oder gar den Besuch realer Orte ersetzen?

Am ersten Tag arbeiteten die Klassen nach einer Führung in der Gedenkstätte und damit dem ersten Kennenlernen des historischen Ortes gemeinsam an Workshops zu geschichtlichen Unterhaltungsformaten auf YouTube, in Rätselheften, analogen und digitalen Spielen mit historischem Setting sowie Oral History in digitalen Zeitzeugenportalen. Ein Höhepunkt des Tages war das Spielen des Strategiespiels „Through the Darkest of Times“, das den Widerstand gegen den Nationalsozialismus thematisiert. Nach dem Abendessen im Schloss Geisa klang der Tag dort in lockerer Runde aus.

Führung durch die Gedenkstätte.

Führung durch die Gedenkstätte.

Dr. Lucas Haasis, Games-Entwickler und Dozent am Historischen Institut der Universität Oldenburg, begleitete das Seminar am zweiten Tag, stellte verschiedene im Unterricht einsetzbare Videospielformate und Hintergrundinformationen dazu vor und reflektierte mit den Jugendlichen ihre Erfahrungen. Als Kontrapunkt dazu stand dann wieder das „echte“ Erleben auf dem Programm: Die Lehrkräfte Aline Gros und Matthias Bott berichteten vom Aufwachsen in der DDR und ihren individuellen Erfahrungen mit der SED-Diktatur. Die Möglichkeit, direkt nachzufragen, nahmen viele Schüler wahr.

So ließ sich auch die Fragestellung des Schülerprojekttages beantworten: Die Begeisterung für „Histotainment“-Formate war eindeutig zu spüren und resultierte in der Forderung, digitale Formate in der historischen Vermittlung stärker zu berücksichtigen. Die Jugendlichen stimmten aber ebenso überein, dass diese zwar eine willkommene und motivierende Ergänzung zum realen Erleben von Gedenkstätten oder Zeitzeugen darstellen, aber kein Ersatz sein können.