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Ost und West im Dialog: „Geteilt. Vereint. Verbunden?“

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Vor 35 Jahren wurde die Deutsche Einheit gefeiert. Menschen zweier Staaten, die 40 Jahre lang voneinander getrennt waren, mussten lernen, miteinander zu leben und die verschiedenen kulturellen Hintergründe der jeweils anderen Seite anzuerkennen. Doch wie gut ist das Zusammenwachsen tatsächlich gelungen und das Miteinander seitdem gediehen? Diesen Fragen gingen die Diskutanten bei der Podiumsdiskussion „Geteilt. Vereint. Verbunden? Ost und West im Dialog“ auf den Grund, zu der die VHS Frankfurt am Main prominent ins Stadthaus der Mainmetropole geladen hatte.

Nach einer Einführung durch die Stadträtin und Bildungsdezernentin Sylvia Weber begrüßte der Geschäftsführer des Lern- und Erinnerungsorts Notaufnahmelager-Gießen PD Dr. Florian Greiner die Gäste und stellte den Gästen in seiner Funktion als Moderator der Veranstaltung die Podiumsteilnehmer vor.

Mit Augenzwinkern wies der Vorstand der Point Alpha Stiftung, Philipp Metzler, darauf hin, dass Einheit nicht die Aufhebung aller Unterschiede bedeute und machte dies anhand der Dialektgrenzen innerhalb seines eigenen Bundeslandes Thüringen deutlich.

Mit Augenzwinkern wies der Vorstand der Point Alpha Stiftung, Philipp Metzler, darauf hin, dass Einheit nicht die Aufhebung aller Unterschiede bedeute und machte dies anhand der Dialektgrenzen innerhalb seines eigenen Bundeslandes Thüringen deutlich.

Mit dabei der thüringische Innenminister Georg Maier, der sich selbst als Grenzgänger zwischen Thüringen und Hessen verortet. Er plädierte für eine offene Kommunikation, damit der Populismus die Gefühle der Menschen nicht ausnutzen könne. Aus seinen Erfahrungen berichtete auch der 1953 geborene Autor und Fotograf Siegfried Wittenburg. Er habe die SED-Diktatur am eigenen Leib erlebt und setze sich auch deshalb seit der Wiedervereinigung für die politische Bildung in diesem Bereich ein. Von einer anderen Perspektive aus beleuchtete die 1976 in Altenburg geborene Politikwissenschaftlerin und Mitbegründerin der Initiative „Dritte Generation Ostdeutschland“ Dr. Judith Enders die Zeit der Wiedervereinigung. Online zugeschaltet aus Belgrad, wies sie in ihren Statements auf die Schwierigkeiten der Transformation nach 1990 hin.

Aus zwei Perspektiven betrachtete der 1993 in Bad Salzungen geborene Vorstand der Point Alpha Stiftung Philipp Metzler den Einheitsprozess. Einerseits habe er in seiner wissenschaftlichen Arbeit viele Perspektiven auf die Zeit kennengelernt. Metzler plädierte dafür, Einheit nicht mit Gleichheit zu verwechseln: „Menschen dürfen unterschiedlich sein, sich individuell entfalten, das ist Freiheit.“ Andererseits gab er zu bedenken, dass selbst West- und Ostthüringer sehr unterschiedlich sind und sich daraus auch kein Bild eines geteilten Landes konstruieren lasse. Er wünsche sich gerade für den Osten, dass häufiger auch die Freiheit des Anderen besser anerkannt und geschätzt werden würde.

In der Schlussrunde sprachen sich alle Diskutanten für einen Ausbau der politischen Bildung aus. Hier sei der Nachholbedarf groß, insbesondere wenn es um die Bekämpfung schon lange bestehender Mythen im gesellschaftlichen Diskurs geht. Alle waren sich einig, dass die Kommunikation miteinander im Vordergrund stehen müsse. So endete ein vielschichtiger Abend im Stadthaus am Markt mit neuen Erkenntnissen und vielen Denkanstößen, die nicht nur das Publikum mit nach Hause nahmen.