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Wanderung des Fördervereins Point Alpha führte zur Alten Buchmühle

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Zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls und des Zusammenhalts führt der Förderverein Point Alpha e.V. für seine Mitglieder interessante Aktivitäten durch. Diesmal stand eine Wanderung auf dem Programm, die die Alte Buchenmühle an der ehemaligen Grenze zwischen Hessen in der Gemarkung Soisdorf und Thüringen in der Gemarkung Wenigentaft zum Ziel hatte. Zum Abschluss trafen sich 30 Vereinsmitglieder an der Fischerhütte im Naherholungsgebiet Bornmühle in Rasdorf.

Zunächst begrüßte der Vorsitzende Raymond Walk am Dorfgemeinschaftshaus Soisdorf die Teilnehmer. In einer Gedenkminute wurde an den Ehrenvorsitzenden Hans Peter Häfner erinnert, der zu den Gründungsmitgliedern der Vorgängervereine des heutigen Fördervereins gehört und langjähriger Vorsitzender war. Er hat durch sein Engagement wesentlich zur Entwicklung der Gedenkstätte und des Grenzmuseums Point Alpha beigetragen.

Die Wanderung, die von dem stellvertretenden Vorsitzenden Berthold Jost organisiert wurde, führte zu Beginn durch Soisdorf, das zu den ältesten Dörfern im Landkreis Fulda zählt – erstmals erwähnt im Jahr 781. Auf dem Weg zur Gemarkungsgrenze nach Mansbach hatte man einen Blick auf den „König des Hessischen Kegelspiels“, den 630 m hohen Soisberg mit dem Dorf Soislieden unterhalb. Unterwegs informierte Jost über die bis 1990 vorhandene Funkleitstelle Mansbach, die eine besondere Bedeutung während der Berlinblockade und der darauffolgenden Luftbrücke 1948/1949 hatte. Hier flogen die „Rosinenbomber“ durch den hier vorhandenen Korridor von Frankfurt nach Berlin um die Bevölkerung zu versorgen. Vorbei am Hof Grisselborn und mit herrlichen Aussichten auf die Landschaft erreichte man die Alte Buchenmühle.

Vor Ort informierte Anita Heller (geb. Schabel), die hier von der Geburt bis zum Jahr 1962 gelebt hatte, mit ihren persönlichen Worten über die Erlebnisse während der deutschen Teilung und über Grenzerlebnisse ihrer Familie. Der Ursprung der Mühle reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Da die spätere innerdeutsche Grenze exakt über das Areal verlief, lag ein Teil der Mühle im Westen (Hessen) und ein Teil im Osten (Thüringen). Auf der östlichen Seite befanden sich der für die Versorgung wichtige Trinkwasserbrunnen und das Backhaus. Nach dem Krieg bis 1952 war dieser Abschnitt noch für die Familie zugänglich. Im Zuge der „Aktion Ungeziefer“ wurde jedoch ein Stacheldrahtzaun mitten durch den Hof gezogen. Anita Heller berichtete, dass diese eingetretene Situation zu einer Touristenattraktion für Schaulustige wurde. Sie berichtete über kritische Situationen zwischen ihrem Vater und russischen Offizieren und den Grenztruppen.

Im Rahmen der zweiten großen Zwangsaussiedlungswelle („Aktion Kornblume») rückten am 14. September 1961 Einheiten der DDR-Volkspolizei, Grenzpolizei und Feuerwehr mit schwerem Gerät an. Unbemerkt wurden nachts «Spanische Reiter» aufgestellt und schließlich der thüringische Teil der Buchenmühle vor den Augen der Eigentümerfamilie und westdeutscher Zuschauer dem Erdboden gleichgemacht. Die betroffene Familie musste vom hessischen Teil aus hilflos zusehen. 1964 bezog die Familie in 500 Meter Entfernung ein neues Haus. Die Alte Buchenmühle auf hessischer Seite wurde Anfang der 90iger Jahre von einer Familie erworben und wieder bewohnbar gemacht.

In der im vergangenen Jahr in der 2. Auflage erschienen Dokumentation von Wolfgang Christmann und Bruno Leister „Zur eigenen Sicherheit? Geschichte der geschleiften Höfe und ihrer Bewohner im Geisaer Amt“ ist die „Alte Buchmühle“ umfangreich in Text und Fotos dargestellt.

Weiter ging es für die Wandergruppe des Fördervereins Point Alpha entlang der Taft, durch das Naturschutzgebiet „Standorfsberg“, vorbei an der abgebrannten Standorfsmühle bei Grüsselbach, an der Hockenmühle, der Bornmühle und dem Jugendzeltplatz zur Teichanlage im Naherholungsgebiet in Rasdorf. Hier fand der Abschluss in geselliger Runde mit angeregten Gesprächen statt. Mitglieder des Fischereivereins Rasdorf sorgten für die Bewirtung. Bei sonnigem Wetter war es eine gelungene Veranstaltung.    Berthold Jost