Die Point Alpha Stiftung und der Förderverein Point Alpha e.V. trauern um Dr. Hans-Peter Häfner, einem Mann der ersten Stunde und engagierten Mitstreiter innerhalb der Point-Alpha-Familie bis zuletzt. Am Dienstag, den 25. August, ist er im Alter von 88 Jahren in seinem thüringischen Heimatort in Vacha gestorben.
Häfner hinterlässt tiefe Spuren: Mit seinem vielfältigen Einsatz hat er dazu beigetragen, dass der Lern- und Erinnerungsort in seiner heutigen Form Wirklichkeit wurde. Er war Vorsitzender des damaligen „Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte Pont Alpha e. V.“ mit Sitz in Geisa, ehemaliges Mitglied im Kuratorium Deutsche Einheit e.V. und immer wieder Akteur oder Gast bei den Veranstaltungen sowie Teilnehmer bei Podiumsdiskussionen in der Gedenkstätte.

Dr. Hans-Peter Häfner (links), hier als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion im Haus auf der Grenze. Foto: Point Alpha Stiftung
„Häfner hat im Aufbauprozess und bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der Gedenkstätte sowie dem Bau vom Haus auf der Grenze wesentliche und wichtige Akzente für Point Alpha gesetzt. Mit seinem hartnäckigen Pioniergeist, seinen Kenntnissen sowie seiner zielstrebigen und menschlichen Art genoss er bei den Gremienmitgliedern und Beschäftigten der Stiftung hohes Ansehen,“ würdigen der Stiftungsratsvorsitzende Dr. Stefan Heck und der Geschäftsführende Vorstand Benedikt Stock sein Wirken.
Nach einem Studium arbeitete Dr. Häfner zuerst im Untertage-Kalibergbau Werra. Ab 1989 übte er das Amt des stellv. Bürgermeisters in Vacha aus und am 18. März 1990 wurde er als Abgeordneter in der letzten DDR-Volkskammer gewählt. Danach gehörte er bis 1999 dem Thüringer Landtag an. Parallel fungierte er als Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Vacha und war Mitglied des Stadtrats und des Kreistags. Häfner hat sich mit Leidenschaft für seine Heimat und die Menschen in der Region eingesetzt — das waren für ihn Elixier und Berufung zugleich.
„Zeit seines Lebens setzte sich unser Ehrenmitglied für Freiheit, Demokratie und ein gelingen der Wiedervereinigung ein“, betont Vorsitzender Raymond Walk für den Förderverein Point Alpha e.V.. „Wir verlieren eine herausragende Persönlichkeit mit wertvollen Verdiensten. Unvergessen seine maßgeblichen Verdienste um den Erhalt des US Camps sowie beim Aufbau neuer Strukturen. Mit seinen Erlebnissen, Erinnerungen und Analysen hat er zudem als Zeitzeuge ein zentrales Kapitel deutscher Historie lebendig gehalten und dargelegt, wie radikal sich Politik in Ost und West ändern mussten, damit die Einheit gelingen konnte — mit all ihren Herausforderungen, Hoffnungen und Kontroversen.“
An der Seite von Berthold Dücker war Häfner vor über 30 Jahren mit hochgekrempelten Ärmeln in das oft mühselige Abenteuer „Museumsarbeit“ Point Alpha gestartet. Gemeinsam entwickelten sie Ideen, ergriffen die Initiative und setzten ihre Konzepte Schritt für Schritt um, damit die jüngste deutsch-deutsche Geschichte mit den vielen Schicksalen der Diktatur und dem Mut einer Friedlichen Revolution vor allem für die jungen Generationen begreifbar und sichtbar bleibt.
Bis zu seinem letzten Atemzug blieb Dr. Häfner seinem Projekt Point Alpha eng verbunden. Die Nachricht von seinem Tod hat Point Alpha sehr berührt und die Gedanken sind bei seiner Familie Sein unermüdliches Engagement werden in Erinnerung bleiben, und die Point Alpha Stiftung sowie der Point Alpha Förderverein werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.




