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Bundesverdienstkreuz für Berthold Dücker

Die Point Alpha Stiftung begrüßt die Entscheidung des Bundespräsidenten, ihren stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden und Begründer Berthold Dücker mit dem Bundesverdienstkreuzes erster Klasse auszuzeichnen. „Das ist die verdiente Ehrung für sein aufopferungsvolles Engagement zur Bewahrung der Erinnerung an die SED-Diktatur und den Kalten Krieg", sagt der Vorsitzende des Stiftungsrats, Fuldas ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger. Dücker sei einer der seltenen Menschen, die selbstlos ihr ganzes Leben in den Dienst einer Aufgabe stellten. „Gerade weil Berthold Dücker nie auch nur ein Wort des Dankes erwartet hat, weil er nie auch nur auf die Idee gekommen wäre, für seinen unermüdlichen Einsatz eine Gegenleistung zu bekommen, ist die Auszeichnung durch den Bundespräsidenten für uns eine große Freude und Genugtuung."

Berthold Dücker hatte sich seit Mitte der neunziger Jahre für den Erhalt des ehemaligen US-Beobachtungspostens Alpha an der früheren innerdeutschen Grenze eingesetzt und schließlich als Vorsitzender des Trägervereins den Ausbau zu einer Gedenkstätte des Kalten Krieges mit einem Museum zur Erinnerung an die Unmenschlichkeit des DDR-Grenzregimes erreicht. Seinem Engagement ist es maßgeblich zu verdanken, dass zum 1. Januar 2008 die Point Alpha Stiftung gegründet werden konnte, mit der die beiden Länder Hessen und Thüringen, der Landkreis Fulda und der Wartburgkreis, die Gemeinde Rasdorf und die Stadt Geisa gemeinsam mit den Gründervereinen für die Gedenkstätte eine nachhaltige und unabhängige Finanzierung gesichert haben.

„Mit Berthold Dücker wird ein Vorbild geehrt", meint Stiftungsdirektorin Uta Thofern. „Er hat in seinem Leben viele mutige und viele aufopferungsvolle Entscheidungen getroffen, immer im Wissen um den Wert der Freiheit und in ihrem Dienst." Dücker hatte es in jungen Jahren gewagt aus der DDR zu fliehen um sein Leben im Westen als Journalist dem Einsatz für die Demokratie zu widmen. Nach der Friedlichen Revolution kehrte er umgehend zurück und engagierte sich bis zu seiner Pensionierung vor wenigen Tagen als Chefredakteur der „Südthüringer Zeitung" für den Aufbau einer freien Presse.

Das Bundesverdienstkreuz wird am 16. November in Berlin verliehen. Die Point Alpha Stiftung und die Stadt Geisa veranstalten aus diesem Anlass am 20. November einen Empfang für Berthold Dücker, bei dem Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Bernhard Vogel die Festrede halten wird.

„Ein aufrechter Gang lohnt sich jederzeit"
Matschie zieht ganz persönliche Bilanz aus dem Herbst 1989

„Das Volk probte 1989 das aufrechte Gehen, weil es gebeugt wurde. Und ein aufrechter Gang lohnt sich jederzeit." so der SPD Landesvorsitzende und ehemalige Bürgerrechtler Christoph Matschie in seiner Festrede zur Traditionsveranstaltung am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit auf Point Alpha.
In seiner immer wieder durch Beifall unterbrochenen Rede berichtete Matschie aus der Zeit der Friedlichen Revolution in Jena und rief auf, auch heute nicht danach zu fragen, was man mit seinem Handeln riskiert, sondern was man mit seinem Handeln bewegen kann.
Matschie mahnte, auch heute offen über Widersprüche und Unzulänglichkeiten zu reden und gleichzeitig voller Stolz auf das Erreichte zu schauen, denn, so Matschie weiter „Wir haben etwas gemacht aus der Freiheit!"

Zu dem traditionellen Festakt, der in diesem Jahr bereits zum 15. Mal stattfand, kamen hunderte Gäste in die Fahrzeughalle des ehemaligen US Stützpunktes um die Deutsche Einheit zu feiern.
Im Grußwort der hessischen Landesregierung erinnerte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, daran, dass erst mit der Friedliche Revolution auch die heutige Europäische Union möglich geworden ist, so z.B. die EU Osterweiterung vor 5 Jahren. Hahn forderte auf „Vorsorge für die Freiheit" zu treffen, damit sie nicht eines Tages schmerzlich vermisst werden wird. Dazu müsse das Wissen um die Unfreiheit an die nächsten Generationen weitergeben werden. Jeder Schüler, so Hahn weiter, solle einmal in seiner Schulzeit eine Gedenkstätte wie Point Alpha besucht haben.
Der Bevollmächtige des Freistaates Thüringen beim Bund, Staatssekretär Hermann Binkert, unterstrich die Bedeutung der Gedenkstätte Point Alpha für die Erinnerungskultur, da, so Binkert, an solchen Orten an die großartigen Erfolge von 1989 und deren Bedeutung erinnert wird: an Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.
Der Brigadegeneral der United States Army Europe, Mark A. Bellini, übermittelte den tiefen Stolz der amerikanischen Soldaten, an Orten wie Point Alpha die Demokratie verteidigt und damit einen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschlands beigetragen zu haben.
Der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Berthold Dücker machte in seinem Schlusswort deutlich, dass nicht nur im Herbst 1989 Mut notwendig gewesen ist um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen, sondern mit Blick auf die politischen Entwicklungen in Thüringen auch heute, im Herbst 2009. Diesen Mut, so Dücker weiter, habe Christoph Matschie, in den letzten Tagen erneut gezeigt.
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Bund beteiligt sich an Point Alpha Stiftung

Berlin/Geisa. Auf Anregung der Ministerpräsidenten der Bundesländer Hessen und Thüringen, Roland Koch und Dieter Althaus, hat der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sich dem Stifterkreis der Point Alpha Stiftung angeschlossen. Der Bewilligungsbescheid über eine Zustiftung in Höhe von 30.000,- Euro zur Erhöhung des Stiftungsvermögens wurde am Montag im Kanzleramt von der Abteilungsleiterin für Kultur, Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, übergeben.
'Diese Zustiftung steht symbolisch für das klare Bekenntnis des Bundes zur nationalen Bedeutung von Point Alpha', sagte Berggreen-Merkel. Die Gedenkstätte am ehemaligen US-Beobachtungsposten an der damaligen innerdeutschen Grenze mache wie kaum ein anderer Ort deutlich, welchen Stellenwert Deutschland für die amerikanischen Verbündeten stets gehabt habe.
Die Stiftung habe nunmehr die zukunftsweisende Aufgabe, mit ihrer Bildungsarbeit daran zu erinnern, 'dass Freiheit nicht selbstverständlich ist'. An der Neugestaltung der Gedenkstätte hat sich der Bund 2007 mit gut 250.000,- Euro beteiligt. Auch das neue Kunst- und Ausstellungsprojekt 'Weg der Hoffnung' wurde vom BKM mit 200.000,- Euro gefördert.

Der hessische Staatssekretär für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Steffen Saebisch, dankte namens der Landesregierung für die Unterstützung der Gründungsstifter und bekräftigte die Bedeutung der Gedenkstätte als Lernort der Geschichte. Saebisch sagte in Berlin, das Land Hessen engagiere sich aus tiefer Überzeugung für die Point Alpha Stiftung.
Der Thüringer Kultusminister Bernward Müller erklärte anlässlich der Übergabe des Zuwendungsbescheides, dieses Signal sei gerade im 20. Jahr nach der Friedlichen Revolution von besonderer symbolischer Kraft für die Arbeit vor Ort und im ganzen Land.
Stiftungsdirektorin Uta Thofern sagte: 'Das Engagement des Bundes ist für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich, denn wir wissen, dass diese Zustiftung alles andere als selbstverständlich ist.'

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hatte bei seiner Zusage der Zustiftung besonders auch das Engagement des CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Brand für den Erhalt und Ausbau von Point Alpha gewürdigt. Die Gedenkstätte sei ein Ort, an dem die direkte militärische Konfrontation zwischen Ost und West zur Zeit des Kalten Krieges in ihrer globalen Dimension beeindruckend nachvollziehbar werde.´
Gründungsstifter sind neben den Ländern Thüringen und Hessen die Landkreise Fulda und Wartburgkreis, die Gemeinde Rasdorf und die Stadt Geisa sowie die beiden Fördervereine auf hessischer und thüringischer Seite der ehemaligen Grenze, die den ehemaligen US-Beobachtungsposten nach der Grenzöffnung vor dem Abriss bewahrt hatten.
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Eröffnung des Kunst - und Ausstellungsprojekt
Pressemitteilung der Stiftung

„Freiheit ist ein Privileg, dass mit Pflicht bezahlt werden muss."

Bundestagspräsident Norbert Lammert eröffnet Kunst – und Ausstellungsprojekt der Point Alpha Stiftung

Geisa/Rasdorf, 06.05.2009.
„Nirgendwo gibt es einen zweiten Platz, der für die Nachkriegsordnung und die Nachkriegsverhältnisse in einer ähnlichen Weise authentisch steht wie Point Alpha." , so Bundestagspräsident Lammert in seiner Festrede zur Eröffnung des Kunst – und Ausstellungsprojektes „Weg der Hoffnung" und „Freiheiten!".
Er erinnerte damit an die Zeit vor 1989, in der Point Alpha, so Lammert, ein „unmittelbarer Austragungsort" des Kalten Krieges war.

Der Bundestagspräsident eröffnete mit seiner Rede das bundesweit einmalige Kunstprojekt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Point Alpha Stiftung erinnert damit an die europäische Vorgeschichte der Friedlichen Revolution von 1989. Der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus und der Hessische Minister für Inneres und Sport, Volker Bouffier, würdigten die Erinnerungsarbeit der Stiftung als zukunftsweisend und fundamental wichtig für die Demokratie.
Bundestagspräsident Lammert sieht heute eine wichtige Aufgabe darin, die europäische Dimension der Freiheitsbewegung darzustellen. Er erklärte, dass die niedergeschlagenen Aufstände in den ehemaligen kommunistischen Ländern Europas vor 1989 eine Kette zusammenhängender Voraussetzungen für die Einheit Europas waren. Point Alpha mache diesen historischen Zusammenhang von scheinbar unabhängigen nationalen Bürgerbewegungen präsent und erzähle diese Geschichte in einer Weise, die woanders nicht so dargestellt werden könne. Der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus erinnerte vor allem an die letzte gefälschte DDR - Kommunalwahl und daran, den dem Nachweis ihrer Fälschung, der die revolutionäre Entwicklung 1989 beschleunigt hat. Der Hessische Minister für Inneres und Sport, Volker Bouffier, sieht genau daran wichtige Anknüpfungspunkte um über den Umgang mit Freiheit heute, 20 Jahre später, nachzudenken. Das Interesse der Menschen an der Gestaltung des eigenen Landes sei Ausdruck existierender Freiheiten. Point Alpha sieht Bouffier dabei ebenso wie Althaus als einen Ort, der Geschichte nicht nur verwahrt, sondern Zukunft gestaltet damit er ein Bewusstsein für die Verantwortung um Demokratie und Freiheit schafft.

„Zwanzig Jahre nach der Friedlichen Revolution in der DDR geht es uns um die europäische Dimension der historischen Ereignisse", erklärte der Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Hamberger. Die Stiftung wolle mit dem „Weg der Hoffnung" daran erinnern, dass es vom 17. Juni 1953 bis zur polnischen Solidarnosc-Bewegung eine lange Tradition des Widerstands gegeben habe. Stiftungsdirektorin Uta Thofern sagte, sowohl das Kunstprojekt als auch die Ausstellung provozierten Fragen, und eben dies sei Ziel der Point Alpha Stiftung: „Uns geht es darum, den Wert der Demokratie wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, und dazu braucht es die Erinnerung und die Diskussion darüber, wie es 1989 wirklich war und was die Menschen erreicht haben."

Hintergründe

Freiheiten! Die Ausstellung „Freiheiten!" stellt eine Multivision medialer Zitate in den Mittelpunkt und will so die Dramatik und die Emotionen der Revolutionszeit wachrufen und lädt dazu ein, die Diskussion über die Freiheit fortzusetzen Ausgangspunkt für die installative Idee des Berliner Büros für Themengestaltung id3d ist der private Raum, verstanden als Diskussionsraum und damit Ersatz für fehlende öffentliche Sphäre der Diktatur. Die Ausstellung wurde wissenschaftlich begleitet von Professor Hanno Sowade, der hauptberuflich im Haus der Geschichte in Bonn tätig ist. Die Multivision aus Originalmaterial von 1989 konzipierte und gestaltete die Journalistin und Ausstellungsmacherin Dr. Bettina Leder - Hindemith.

Weg der Hoffnung Das Kunstprojekt wird vom Bildhauer Ulrich Barnickel geschaffen, der aus der DDR stammt und nach einem Ausreiseantrag 1985 ausgebürgert wurde. Barnickel verarbeitet im „Weg der Hoffnung" auch seine eigenen Erfahrungen und sieht darin „vielleicht mein Lebenswerk". Wichtig ist ihm aber auch, dass die Skulpturen dem Betrachter seine jeweils eigene Interpretation ermöglichen sollen. Titel wie „Willkür" oder „Gewalt", so die Namen der beiden am Mittwoch eröffneten Stationen, stehen für ihn für kennzeichnende Elemente der Diktatur, die aber jeder Mensch individuell anders erlebt hat.

Die Projekte wurden vom Thüringer Kultusministerium und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Bundestages mit jeweils 200.000,- € gefördert.

Vorstellung der Station „Entwürdigung" des „Wegs der Hoffnung" und Abendveranstaltung zum Gedenken an den Widerstand in der ehemaligen Tschechoslowakei

Mit der Vorstellung der Station „Entwürdigung" wird an den Widerstand und die Entwicklungen in der ehemaligen Tschechoslowakei erinnert.
Zur Veranstaltung am
Donnerstag, den 17. September 2009 , 18.00 Uhr
Treffpunkt: Gedenkstätte Point Alpha
Außengelände (thüringische Teil)
am „Weg der Hoffnung"

laden wir Sie herzlich ein. Die Vorträge im Anschluss an die Begehung des Wegs der Hoffnung finden im „Haus auf der Grenze" in der Gedenkstätte Point Alpha statt.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Zyklus „Wege zur Freiheit – Umbrüche in Mittel – und Osteuropa" statt. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Ereignisse von 1989 in der DDR in einen gesamteuropäischen Zusammenhang einzubetten und die Friedliche Revolution in der DDR als Teil eines langfristigen, übernationalen und bei allen Rückschlägen letztlich erfolgreichen Widerstandsprozesses wahrnehmbar zu machen.

Frau Dr. Jennifer Schevardo, freiberufliche Historikerin u.a. für das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, für die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und die Bundeszentrale für Politische Bildung wird als Expertin zu der Entwicklung des Kommunismus in der ČSSR, dessen Zusammenbruch und der Aufarbeitung heute referieren.

Štěpán Benda war als Student 1968 in der Prager Oppositionsszene aktiv. Er verließ nach der Niederschlagung des Prager Frühlings die ČSSR, lebt heute in Deutschland und Tschechien. Er wird als Zeitzeuge über die Situation 1968 in der damaligen CSSR berichten.

Programmablauf

Vorstellung der Station "Entwürdigung"
Dr. Ulrich Barnickel
Künstler und Bildhauer
Treffpunkt: Weg der Hoffnung
Anschließend im „Haus auf der Grenze" (Gedenkstätte Point Alpha):

Begrüßung
Uta Thofern
Direktorin Point Alpha Stiftung

Vortrag:
Opposition und Widerstand in der ehemaligen Tschechoslowakei
Dr. Jennifer Schevardo
Historikerin, Berlin

Der Prager Frühling 1968
Štěpán Benda,
Mitglied der Oppositionsszene 1968 in Prag

Anschl. Empfang

Für Rückfragen:
Point Alpha Stiftung
Stefanie Hergert
Schlossplatz 4
36419 Geisa

Tel.: 036967-596420
Mobil: 0162-9710905
Stefanie.hergert@pointalpha.com

Veranstaltungen 2. Halbjahr 2009 in der Gedenkstätte Point Alpha

04. Dezember 2009, 19.00 Uhr
"Wir müssen etwas tun"- Aufstellung der Figur "Mit-Leid" aus der Skulpturenserie "Weg der Hoffnung" zur Erinnerung an die Erstürmung der Stasi - Zentrale in Erfurt am 04.12.1989.

Die Point Alpha Stiftung errichtet seit Mai 2009 am Todesstreifen der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen dem hessischen Rasdorf und Geisa in Thüringen den „Weg der Hoffnung". Die Skulpturenserie des 1985 aus der DDR ausgebürgerten Bildhauers Dr. Ulrich Barnickel erinnert – in Anlehnung an den biblischen Kreuzweg – an den jahrzehntelangen Widerstand gegen die kommunistischen Diktaturen Mittel und Osteuropas, an die mutigen Menschen in der DDR, in Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei, die den Glauben an die Freiheit bewahrten.
Zum 20. Jahrestag der Erstürmung der Erfurter Stasi-Zentrale stellt die Point Alpha Stiftung die Figur „Mit-Leid" (Veronika mit dem Schweißtuch) zeitweise in der Landeshauptstadt auf. Die Skulptur wird vor dem künftigen Haupteingang der Gedenkstätte Andreasstraße stehen, die an das Unrecht in diesem ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis mahnt.

Programm

Begrüßung
Renate Schwarz
Präsidentin des Landgerichts Erfurt

Grußwort
Andreas Bausewein
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Erfurt

Gedanken zum Tag
Gabriele Stötzer
Künstlerin, Schriftstellerin
1989 – Mitinitiatorin der Erstürmung der Erfurter Stasi-Zentrale

Ansprache
Uta Thofern
Direktorin der Point Alpha Stiftung
Das Kunstwerk als Denkanstoß

Möglichkeit zum Gespräch
mit dem Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel

09. Dezember 2009, 19.00 Uhr
"Urbi et gorbi"
Christen als Wegbereiter der Wende
Buchpräsentation mit Joachim Jauer

1989: Die Herrschenden in den sozialistischen Staaten wollten nicht erkennen, dass ihre Zeit abgelaufen war. Auch an den westdeutschen Stammtischen galt eine Wiedervereinigung mit „denen da drüben" als blauer Dunst, denn „Deutsche Einheit" hieß allenfalls eine gute Zigarettenmarke der siebziger Jahre. Doch der Eiserne Vorhang fiel, Deutschland wurde wiedervereinigt, Europas Grenzen öffneten sich - das alles, ohne dass ein Schuss fiel. In allen Ländern des Ostblocks gab es oppositionelle Querdenker, die für politische Veränderungen ein hohes Risiko eingingen. In Urbi et Gorbi stellt Joachim Jauer diese Persönlichkeiten vor – wie Heinz Bräuer, Oskar Brüsewitz und Christian Führer in der DDR, Lech Wałęsa und Jerzy Popiełuszko in Polen, Csilla von Boeselager und Imre Kozma in Ungarn, Václav Malý in der Tschechoslowakei und László Tökés in Rumänien.
Viele Menschen haben mutig und weitsichtig aus ihrem christlichen Glauben heraus gehandelt – von dem polnischen Papst Johannes Paul II. unterstützt und vom sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow toleriert. Joachim Jauer zeigt in Momentaufnahmen das Zusammenspiel der „Dominosteine" im Warschauer Pakt auf und stellt Motive, Umstände und Auswirkungen der Wegbereiter der Wende vor.
Ein bemerkenswertes Zeitdokument im 20. Jahr der Deutschen Einheit.
Joachim Jauer, geb. 1940, langjähriger Korrespondent des ZDF in der DDR, Moderator von »Kennzeichen D«, Sonderkorrespondent in Mittel- und Osteuropa, bis 2003 Leiter des ZDFHauptstadtstudios; heute freier Autor und Dokumentarfilmer.

Einladung zur Filmpräsentation mit Sibylle Schönemann

Präsentation des Dokumentarfilms „Verriegelte Zeit" mit der Regisseurin Sibylle Schönemann

am Sonntag, den 19. April 2009
Um 18.00 Uhr
In der Gedenkstätte Point Alpha

1984 wurde die DEFA-Mitarbeiterin Sibylle Schönemann von der Stasi verhaftet. Hanns und Sibylle Schönemann sind Regisseure bei der Ostberliner DEFA. Nach einem Ausreiseantrag werden sie verfolgt und inhaftiert, schließlich von der Bundesregierung freigekauft.
In VERRIEGELTE ZEIT (1990) sucht die Regisseurin Zeitzeugen auf, kehrt in ihre Zelle ins Gefängnis zurück, schildert die Ereignisse ihrer Ausweisung. Die Regisseurin sucht nach Antworten für ihre Inhaftierung, fragt, warum Menschen spionierten und Richter verurteilten.
Als Lehrstück über die Fassetten menschlichen Versagens und Aufarbeitung jüngster deutscher Vergangenheit wird er mit dem Bundesfilmpreis, dem Filmband in Silber ausgezeichnet.

Programm
Begrüßung
Uta Thofern, Direktorin

Filmpräsentation „Verriegelte Zeit"
Sibylle Schönemann

Diskussionsrunde: Schüler im Gespräch mit…..Sibylle Schönemann" Schüler des Rhöngymnasiums Kaltensundheim
Sybille Schönemann

Moderation: Roman Grafe

Buchpräsentation mit Dr. Ehrhart Neubert

Buchpräsentation „Unsere Revolution. Die Geschichte der Jahre 1989/1990" mit dem Autor und Historiker Dr. Ehrhart Neubert

Donnerstag , den 19. März 2009, um 18.00 Uhr
in die Gedenkstätte Point Alpha
Haus auf der Grenze

Die friedliche Revolution 1989 bis 1990 und die Wiedervereinigung sind
einzigartig – ebenso unwahrscheinlich in ihrem Verlauf wie in der Schnelligkeit und Wucht, mit der sie die Richtung der Weltgeschichte änderten. Zwanzig Jahre später unternimmt es Ehrhart Neubert zum ersten Mal, eine Gesamtdarstellung zu schreiben.
Er zeigt auf, wie der eine historische Augenblick möglich wurde, in dem sich die deutsche Revolution von unten entfalten, eine buchstäblich betonierte Herrschaft stürzen und die Weltpolitik verändern konnte.

Auftaktveranstaltung zur Reihe „Wege zur Freiheit – Umbrüche in Osteuropa"

Eröffnung der Sonderausstellung „Mythos Osteuropa"


am 05. März 2009, um 18.00 Uhr
in die Gedenkstätte Point Alpha
Haus auf der Grenze

Die Veranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Konrad Adenauer Stiftung, Bildungswerk Erfurt.

Der Fotograf Harald Hauswald hat für seine Ausstellung fünf der osteuropäischen EU-Beitrittsländer bereist. Seine Fotografien aus Litauen, Polen, Rumänien, der Tschechischen Republik und Ungarn zeigen die Lebenswelt und Alltagskultur der neuen europäischen Nachbarn und erzählen spannende und visuell ansprechende Geschichten über die dort lebenden Menschen.

Harald Hauswald, Mitbegründer der Agentur OSTKREUZ Berlin und Träger des Bundesverdienstkreuzes, öffnet den Blick für die Menschen dieser Länder und ihre europäische Kultur, ohne ihre eigene Identität zu verbergen. Wie auch in seinen berühmten Ost-Berliner Fotoserien ist es Hauswald in bester Tradition der Autorenfotografie gelungen, den sprechenden Augenblick einzufangen und ein vielschichtiges Porträt des neuen Europas entstehen zu lassen.

Die Eröffnung der Ausstellung ist gleichzeitig die Auftaktveranstaltung zur Veranstaltungsreihe „Wege zur Freiheit – Umbrüche in Osteuropa". Mit der Reihe will die Point Alpha Stiftung die innerdeutschen Ereignisse im Schicksalsjahr 1989 nicht isoliert betrachten, sondern die europäische Perspektive mit einbeziehen. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltungsreihe übernimmt der Europaminister und Chef der Thüringer Staatskanzlei, Dr. Klaus Zeh.

Point Alpha Stiftung errichtet Mahnmal für die europäische Freiheitsbewegung

11. Februar 2009
– Ausstellung und Veranstaltungsreihe würdigen Ereignisse von 1989 ‐

Geisa/Rasdorf, 11.02.2009.

Die Point Alpha Stiftung will zwanzig Jahre nach der Friedlichen Revolution in der DDR verstärkt die europäische Dimension der historischen Ereignisse ins Bewusstsein rücken. Die Stiftung errichtet deshalb auf dem ehemaligen Todesstreifen an der heutigen hessisch‐thüringischen Grenze ein Mahnmal für die Freiheitsbewegung in den mittel‐ und osteuropäischen Ländern. Gleichzeitig wird eine neue Ausstellung unter dem Titel „Freiheiten!" daran erinnern, wofür die Menschen 1989 auf die Straße gegangen sind. Zusammen mit der Veranstaltungsreihe „Wege zur Freiheit – Umbrüche in Osteuropa" will die Stiftung das Bewusstsein für die gemeinsame europäische Wertegrundlage schärfen. „Kein Ort eignet sich besser für diese Aufgabe als Point Alpha, der als Kristallisationspunkt der Blockkonfrontation daran erinnert, dass die innerdeutsche Grenze auch die Nahtstelle zweier Systeme und damit die Teilung der Welt markierte", sagt Stiftungsdirektorin Uta Thofern. Dr. Wolfgang Hamberger, Vorsitzender des Stiftungsrates, würdigt die Rolle der Nachbarländer bei der Überwindung dieser Teilung: „Die Freiheitsbewegung, die bereits am 17. Juni 1953 in der DDR ihren Ausdruck fand, brauchte die Fortsetzung über die Aufstände in Polen und Ungarn 1956, über den Prager Frühling 1968 und die polnische Solidarnocs‐ Bewegung der achtziger Jahre um 1989 in die Umbrüche in allen Ostblockländern münden zu können." Das Mahnmal besteht aus vierzehn überdimensionalen Skulpturengruppen, die in Anlehnung an den biblischen Kreuzweg für das Leid in den kommunistischen Diktaturen Europas ebenso stehen wie für den letztlich unbesiegbaren Glauben an Veränderung und den Mut der Gewaltlosigkeit. Unter dem Titel „Weg der Hoffnung" werden die Skulpturen vom Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel geschaffen, der aus der DDR stammt. Für Barnickel ist die Aufgabe von Denkmälern „die Vergegenständlichung des Geistes … es entstehen keine Abbilder, sondern Erinnerungen an das Eigentliche." Die Ausstellung „Freiheiten!" stellt eine Multivision medialer Zitate von 1989 in den Mittelpunkt und will so die Dramatik und die Emotionen der Revolutionszeit wachrufen. Sie verdeutlicht die Einschränkungen der Freiheit in der DDR, setzt sie in Beziehung mit den unterschiedlichen Vorstellungen von Freiheit und lädt so dazu ein, die Diskussion über die Freiheit fortzusetzen. Ausgangspunkt für die installative Idee ist der private Raum, verstanden als Diskussionsraum und damit Ersatz für fehlende öffentliche Sphäre der Diktatur. „Hier begannen nicht nur in der DDR, sondern im gesamten östlichen Europa die Gegenbewegungen, die dann 1989 auf der Straße zum Sturz der Diktaturen beitrugen", sagt Professor Dr. Hanno Sowade, der die Ausstellung als wissenschaftlicher Berater begleitet. Er ist hauptberuflich wissenschaflicher Mitarbeiter im Haus der Geschichte und hat bereits die Ausstellung auf dem US‐Beobachtungsposten Point Alpha betreut. Für die Multivision zeichnet die erfahrene Tonkünstlerin und Ausstellungsmacherin Dr. Bettina Leder‐Hindemith verantwortlich, für die Ausstellungsproduktion die Berliner Gestaltungsgesellschaft id3d, die unter anderem im Auftrag der Gedenkstätte Hohenschönhausen tätig ist. Die Ausstellung und die ersten beiden Stationen des „Wegs der Hoffnung" werden am 06. Mai, dem Vorabend des Jahrestags der gefälschten DDR‐Kommunalwahl, eröffnet. Weitere Stationen entstehen sukzessive bis zum 03. Oktober 2010, so dass die Veranstaltungsreihe „Wege zur Freiheit" immer wieder mit einer Eröffnung gekoppelt werden kann. Die Veranstaltungen stellen jeweils die Ereignisse in einem der östlichen Nachbarländer in den Mittelpunkt und sollen vor allem junge Menschen motivieren, sich mit der europäischen Dimension der Freiheitsbewegung zu befassen. Die Projekte werden vom Freistaat Thüringen mit 200.000,‐ € gefördert; ein Förderantrag in gleicher Höhe wird beim Staatsminister im Bundeskanzleramt und Beauftragten für Kultur und Medien bearbeitet.