Ausstellungsprojekt "Freiheiten"

Demokratisch wählen zu können, nicht durch eine Mauer gefangen zu sein, seine Meinung ohne Angst sagen zu können: Für „Freiheiten" – für ganz persönliche, individuelle und zugleich auch allgemein gesamtgesellschaftliche – sind die Menschen in der DDR 1989 auf die Straße gegangen.
Die Ausstellung, die sich als interaktive Begegnungsstätte und kommunikativer Diskussionsraum versteht, lädt die Besucher ein, die Diskussion über Freiheit fortzuführen. Sie zeigt die „Einschränkungen" der Freiheit durch die SED-Diktatur mit Objekten, Dokumenten und Fotografien und setzt sie in Beziehung zu den unterschiedlichen Vorstellungen von Freiheit. Dies zusammen bildet die Folie, um die Ereignisse von 1989 aufzuzeigen. Durch eine Multivision von medialen Zitaten aus 1989 soll die Dynamik und Dramatik, die Emotionen, Ängste und Hoffnungen des Revolutionsjahrs deutlich werden. Zum einen für eine neue Generation, für die Diktatur und Mauerfall bereits zur Geschichte gehört, von der häufig viel zu wenig bekannt ist. Zum anderen für die Generation der Zeitzeugen, die 1989/90 miterlebt, in der einen oder anderen Weise sogar mitgestaltet haben, als Gelegenheit zur Erinnerung und Reflexion.

Ausgangspunkt für die installative Idee und für die bildnerische Entwicklung eines Spielorts der Ausstellung ist der private Raum. Die private Wohnung verstanden als öffentlicher Diskussionsraum - als öffentliche Sphäre in der Diktatur. Hier begannen nicht nur in der DDR, sondern im gesamten östlichen Europa die Gegenbewegungen, die dann 1989 auf der Straße zum Sturz der Diktaturen beitrugen. Hier trafen sich die Gegner des Staatssozialismus und diskutierten über die Wege zur Freiheit und über die Möglichkeiten einer demokratischen „Wende".

Raumzitate aus der Zeit der DDR-Wohnzimmer nehmen daher die Dokumente und Ob-jekte auf und dienen als Vitrine und Informationsträger. Eine zentrale Sitzlandschaft wird durch die Multivision zur Medieninstallation und ermöglicht auch Gruppen, die gemeinsame Auseinandersetzung mit der ersten friedlichen Revolution auf deutschem Boden, wie in ihrem eigenen „Wohnzimmer".
Dieses Spielen mit dem Öffentlichen im Privaten öffnet auch den emotionalen Raum für die Erinnerung an und die Auseinandersetzung mit einer historisch einmaligen Zeit, die unser aller Leben immer noch nachhaltig beeinflusst und verändert. An eine Zeit, die deshalb nicht in Vergessenheit geraten darf.

Die Ausstellung "Freiheiten!" wird am 06. Mai 2009 eröffnet und ist als Dauerausstellung im "Haus auf der Grenze" (Gedenkstätte Point Alpha)für Besucher erlebbar.

Das Ausstellungsteam:
Projektleitung, Dramaturgie, Gestaltung und Realisation:
Ruudi Beier; Harry Hauck, Peter Wellach
id3d-berlin – gesellschaft für themengestaltung mbh

Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Dr. Hanno Sowade

Multivision: Konzept und Gestaltung:
Dr. Bettina Leder-Hindemith

Inhaltliche Ausarbeitung Themeninseln:
Dr. Jennifer Schevardo