Besuch im Atelier bei Dr. Ulrich Barnickel
Der „Weg der Hoffnung" bei Geisa ist fast komplett. Drei der 14 Skulpturen am Kreuzweg fehlen noch. Sie werden in den nächsten Wochen eingeweiht. Die letzte am 3. Oktober.
Geisa/Schlitz In seinem Atelier im hessischen Schlitz arbeitet der Bildhauer und Designer Dr. Ulrich Barnickel an den monumentalen Skulpturen. Rund 30 Mitglieder des Fördervereins Point Alpha sind seiner Einladung gefolgt, die Entstehungsstätte der Kunstwerke zu besichtigen.
Die Point Alpha Stiftung hatte Ulrich Barnickel Anfang 2009 beauftragt, den „Weg der Hoffnung" als Kunstwerk, Mahnmal und Anstoß zu realisieren. Die Stationen, welche auf einer anderthalb Kilometer langen Strecke hinter dem „Haus auf der Grenze" am ehemaligen Kolonnenweg stehen, knüpfen an den biblischen Kreuzweg an, wollen aber gleichzeitig die Betrachter anregen, über eigene Schicksalswege in schwieriger Zeit nachzudenken.
Aus Stahl formt Barnickel seine figurativen Abstraktionen für den „Weg der Hoffnung". „Mit Holz oder Stein ist das nicht zu machen", sagt er. Mit Metall könne man im Raum zeichnen, erzählt Barnickel, als er die Besucher durch sein Atelier führt. „Das Arbeiten gegen den Widerstand des Materials ergibt eine Abstraktion, die sich dem Bereich der bloßen Naturabbildung entzieht", meint der Künstler. Den Widerstand des Eisens bricht er auch mal mit Brachialgewalt, fährt mit seinem Jeep über eine Stahlplatte oder haut mit der Schaufel eines Baggers darauf, um sie zu formen. „Das Schmiedefeuer brennt immer, wenn ich arbeite", gesteht Ulrich Barnickel. Schweiß- und Schneidgeräte, ein Luftdruckhammer und weitere Technik stehen in der Halle.
Mit großem Interesse verfolgten die Gäste vom Förderverein die Ausführungen des Künstlers. Bei Bier und Bratwurst klang der Abend im Hof des Ateliers aus.