Didaktische Zielsetzung und Aufbereitung unserer Bildungsangebote
Die Gedenkstätte Point Alpha ist aufgrund ihres Aufbaus und ihrer Struktur ein einzigartiger Lernort der Geschichte und bietet außerhalb des herkömmlichen Unterrichts im Klassenraum die Möglichkeit, Lernen einmal anders zu erleben. Dabei soll Abstand genommen werden von der klassischen Lernkultur, in deren Mittelpunkt lehrkraftzentrierter Frontalunterricht steht, stattdessen sollen Methodenvielfalt und didaktische Qualitäten im Vordergrund stehen.
Die entwickelten Workshops stehen unter dem Motto „ Sehen -Verstehen – Reflektieren –Kommunizieren" und bieten neben Elementen der klassischen Gedenkstättenführung breiten Raum für das eigenständige Arbeiten der Schüler. Hauptaugenmerk in der Arbeit mit den Schülern liegt auf Interaktion; gesellschaftliche Entwicklungen werden dargelegt, Ereignisse der Vergangenheit werden aufgezeigt und von den Schülern analysiert. Dabei wird seitens der Pädagogen Wert darauf gelegt, dass die jungen Menschen nicht darin behindert werden, ein selbstständiges Urteil zu gewinnen, so dass die Mündigkeit des Schülers nicht angetastet wird. Das bedeutet, dass auch kontroverse Diskussionen möglich und durchaus erwünscht sind.
Beginnend mit einer kurzen historischen Einführung durch den Pädagogen begeben sich die Schüler auf die Führung durch die Gedenkstätte. Im Vorfeld bilden sie eigenständig Arbeitsgruppen, entscheiden sich für ein Thema und studieren die Aufgabenstellung, die sie zu bewältigen haben. Die Führung durch die Gedenkstätte weicht vom Muster der klassischen instruktionalen Vorgehensweise einer üblichen Gedenkstättenführung ab und begünstigt dadurch die Selbständigkeit der Schüler, z.B. die eigene Entwicklung von Fragen. Sie beinhaltet weniger Details, lässt Fragen offen, da der Schüler die Sachverhalte selbst entdecken und erforschen soll. Im Anschluss an diese Führung haben die Schüler ausreichend Zeit zu recherchieren und sich eigenständig auf Entdeckungstour durch die Gedenkstätte zu begeben. So entsteht ein aktivierender Unterricht, der motiviert, Identifikation mit dem Thema schafft und letztendlich eine qualitative Weiterentwicklung dieser Art von Wissenserwerb bewirkt.
Wir haben es hier, wie es das Diskussionspapier der LKM-Arbeitsgruppe „Standards in der Medienbildung" beschreibt mit fünf Kerntätigkeitsfeldern zu tun, die für den Wissenserwerb der Schüler sehr hilfreich sein können:
-Strukturieren - „Was wollen wir wie bearbeiten?"
-Recherchieren - „Ich mache mich schlau."
-Kooperieren - „Wir arbeiten gemeinsam."
-Produzieren - „Ich stelle etwas her."
-Präsentieren -„Ich erkläre euch das."
Im Sinne der Bildungsstandards auf Kompetenzerwerb ausgerichtet ist die Tatsache, dass dem Lernenden eine aktive Rolle bei der Konstruktion des Wissens zugewiesen wird und dass kooperatives Lernen unterstützt wird. So werden kooperative Lernformen wie Gruppen- und Partnerarbeit bei der Orientierung in der Ausstellung, der Suche nach Exponaten, Dokumenten, Filmdokumenten und deren Auswertung genutzt, denn die Auswertung von z.B. Zeitzeugenberichten an Hörstationen ist nur durch Kommunikation innerhalb der Arbeitsgruppe möglich und sinnvoll. Auch der Umfang des Studiums einer STASI-Akte macht eine Aufteilung der inhaltlichen Bestandteile notwendig. Was die Schüler an Erkenntnissen gewonnen haben, teilen sie sich gegenseitig mit, finden gemeinsam Standpunkte und einigen sich auf inhaltliche Schwerpunkte für die Präsentation.
Nicht zuletzt die Präsentation der Arbeitsgruppe vor dem Auditorium der Mitschüler bietet sich als Schluss- und Höhepunkt des handlungs- und produktorientierten Unterrichts innerhalb des Workshops an.